Letztes Jahr reisten mehrere junge Schweizerinnen und Schweizer für Learning for Life nach Äthiopien, um in unserem Dorf Supe Freiwilligenarbeit zu leisten.
2009 stand ganz im Zeichen dieser praktischen Hilfe und Projekte.
Gerne erzähle ich Ihnen, wo wir in Äthiopien und Madagaskar mit unserer Arbeit stehen.
Jahresbericht 2009
ÄTHIOPIEN
Lehrlinge
Vier Mädchen aus unserem Dorf Supe haben ihre Lehre in Hauswirtschaft und Hotelfach in Addis Abeba erfolgreich abgeschlossen und in der Hauptstadt eine Stelle gefunden. Zehn angehende Krankenschwestern absolvieren zurzeit das zweite Lehrjahr in Mettu.
Zwölf junge Männer schlossen ihre Lehre bei Selam Awassa mit so guten Noten ab, dass neun von ihnen ein drittes Lehrjahr im Technical College in Arba Minch besuchen können. Drei der ehemaligen Lehrlinge arbeiten beim Lehrmeister in Awassa und bilden sich im Abend-College weiter. In Awassa sind im Moment noch sieben Lehrlinge im zweiten Lehrjahr. Eine Lehrstelle kostet uns ca. Fr. 2‘000.-/Jahr.
Weiterbildung der Lehrer/ Qualität der Schule
Im Juni 2010 wird die zweijährige Weiterbildung unserer Lehrer durch die Universität Jimma abgeschlossen sein. Ein erstes Resultat zeigt sich bereits, indem letzten September 35% aller Schüler an den Abschlussprüfungen nach dem 10. Jahr über zwei Punkte erreichten und nach Alge ins College gehen könnten. In den Jahren vorher waren es nur 15 resp. 26%.
Praktische Hilfe aus der Schweiz
Im Februar und März haben Corinne Bieri und Reto Reinmann Schüler, Lehrer und Dorfbevölkerung von Supe in Englisch resp. Computeranwendung unterrichtet.
Ausserdem machten Mirjam Jann und Sonia de la Cruz, beides Absolventinnen der Zürcher Fachhochschule für angewandte Wissenschaften, ihre Diplomarbeit zur Umweltingenieurin in Supe.
Mehr zum Trinkwasser-aufbereitungsprojekt von Sonia de la Cruz finden Sie hier.
Mirjam mit einem Projekt Gemüseanbau mit Bewässerung (1 ha) und Sonia mit der Reinigung von schwerst-verschmutztem Wasser zu Trinkwasser mit Moringasamen.
Mehr zum Gemüse-Projekt von Mirjam Jann lesen Sie hier.
Von April bis Ende Juni hat Ulrike Albinsson den Englischunterricht weitergeführt.
Einweihung der neuen Felix School
Freunde und Familie des leider viel zu früh verstorbenen Felix Reidhaar haben unserer Stiftung einen sehr grossen Betrag zukommen lassen, den wir für die Renovation einer alten, aber im Fundament noch guten Schule einsetzten. Die Felix-Schule für ca. 400 Schüler wurde am 19. Mai eingeweiht. Siehe auch sep. Bericht. In Supe besuchen mittlerweile 2‘500 Schülerinnen und Schüler die verschiedenen Schulen.
20 Jazzmusiker sowie Topsängerinnen und -Sänger wie Sina, Polo Hofer, Michael von der Heide usw. haben im Rahmen ihrer Tournee „Buebetröim“ zugunsten unserer Stiftung ein Konzert gegeben. Das Konzert war ausverkauft und sehr stimmungsvoll.
Der Erlös betrug Fr. 36‘000.-, den wir gerne für eine Gesundheitsstation in Supe verwenden werden. Der Staat finanziert fünf Krankenschwestern, und wir planen zusätzlich die Anstellung einer Hebamme, die nebst ihren normalen Aufgaben die Frauen in Supe und Umgebung in Hygiene, Verhütung und HIV- Prävention unterrichtet.
Unser herzlicher Dank geht nebst den Künstlern an die Sponsoren des Konzerts, die Firma Medewo in Meisterschwanden sowie Radio Argovia.
Wir suchen Ärzte auf Freiwilligenbasis für unser kleines Health Center in Supe für 2 - 6 Monate. Wohnen im komfortablen Gästehaus von J. Bürgin.
MADAGASKAR
Es macht unsere Arbeit nicht leichter, dass es in Madagaskar immer wieder zu politischen Unruhen und Regierungswechseln kommt. Ich werde im April wieder einmal nach Madagaskar reisen, um mir ein aktuelles Bild zu machen und besser beurteilen zu können, welche Ausbildungsprojekte in Zukunft am sinnvollsten und nötigsten sind.
Zusätzlich zu den 75 Kindern, die wir unterstützen, damit sie zur Schule gehen können, betreuen wir zehn Kinder in unserem kleinen Waisenhaus.
Letztes Jahr haben sechs Näherinnen ihre einjährige Lehre abgeschlossen. Es handelt sich um Frauen mit Kindern, die sich künftig mit Näharbeiten ihr Leben verdienen können.
Im Namen des Stiftungsrates danke ich Ihnen ganz herzlich für Ihre Hilfe. Jede Spende trägt dazu bei, dass wir Kindern, Jugendlichen und einer breiten Bevölkerung eine gute Basis für ihre Zukunft in ihrem Zuhause geben und sie ihr Leben eigenverantwortlich unter menschenwürdigen Bedingungen führen können.
Ich lade Sie herzlich ein, unsere Projekte zu besuchen.