Mehr als nur Honig von den Bienen in Äthiopien

In jüngster Zeit sind die Bienen ins öffentliche Interesse gerückt. Das ist gut, denn Bienen sind wichtig – auch für uns Menschen.

"Apis mellifera", die europäische Honigbiene kommt ursprünglich aus Afrika und ist wegen ihrer Produktivität über den ganzen Globus verbreitet.


"Die Nützlichkeit der Bienen

Honigernte in Afrika nur in der Nacht! Diese Bienen verteidigen ihren Vorrat vehement.
Honigernte in Afrika nur in der Nacht! Diese Bienen verteidigen ihren Vorrat vehement.

1811 deckte Christian  Spren­gel den engen Zu­sam­men­hang zwi­schen dem land­wirt­schaft­li­chen Er­trag und der Be­stäu­bungs­ar­beit der Bie­nen auf:

„ 1. Die Bie­nen sind weit nütz­li­che­re Tier­chen, als man ge­glaubt hat;“

„2. Die Bie­nen­zucht ist eine weit wich­ti­ge­re Sache, als wofür man sie bis­her ge­hal­ten hat, da sie nicht bloss den Wohl­stand ein­zel­ner Per­so­nen ver­mehrt, und dem Luxus Vor­schub tut, son­dern die Wohl­fahrt aller Ein­woh­ner eines Lan­des för­dert.“

Schätzungen der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zufolge werden 71 von 100 Nutzpflanzenarten von Bienen bestäubt. Abgesehen von der grundsätzlichen Bedeutung, die der Bestäubung beim Erhalt der biologischen Vielfalt zukommt, wird ihr finanzieller Wert weltweit auf jährlich Hunderte Milliarden Franken geschätzt.


Bienensterben in der nördlichen Hemisphäre

Varroa destruktor kommt ursprünglich von der asiatischen Honigbiene.
Varroa destruktor kommt ursprünglich von der asiatischen Honigbiene.

Überall auf der nördlichen Halbkugel waren in den letzten 10 Jahren erhöhte Völkerverluste zu verzeichnen.

Auch nach Jahren intensiver Forschung konnte kein einzelner Faktor als alleinige Ursache identifiziert werden. Vielmehr ergibt das Zusammenwirken von Krankheiten und Parasiten (speziell der Parasit Varroa destructor) und Umweltgiften, speziell einzelne Pestizide der Landwirtschaft den tödlichen Cocktail. Hinzu kommt vielerorts die Verarmung des Nahrungsangebots an Diversität und Verfügbarkeit.


Bienenparadies Afrika?

Traditionelle Bienenkörbe hoch oben im Kiltu Baum in Supe.
Traditionelle Bienenkörbe hoch oben im Kiltu Baum in Supe.

Die afrikanischen Unterarten der Honigbienen sind zwar auch von Varroa befallen. Sie sind aber nicht auf regelmässige „Entmilbung“ durch die Bienenhalter angewiesen. Afrikanische Bienen sind weniger Nest treu als die Europäischen und sie zeichnen sich durch ausgeprägtes Schwärmen aus. Dieses Verhalten führt dazu, dass Schädlinge wie Varroa oder der kleine Beutenkäfer für diese Bienen nicht existenzbedrohend werden. In Afrika kann der Imker also auf aufwendige Bekämpfungsmassnahmen bzw. chemische Behandlung verzichten.


Afrikanische Bienenprodukte sind gefragt

Bienenprodukte Afrikas sind frei von Rückständen aus der Parasitenbekämpfung und in weiten Gebieten auch frei von Pestiziden aus der Landwirtschaft. Davon profitiert nicht nur der Honig als natürliches Lebensmittel sondern auch das Bienenwachs, welches auf der ganzen übrigen Welt mit Rückständen verseucht ist. Afrikanische Bienenprodukte sind darum weltweit sehr gefragt und Bienenhaltung in Afrika hat somit grosses Potential, das bisher nur in kleinem Rahmen genutzt wird. In Afrika ist nicht wie auf der Nordhalbkugel die Bestäubungssicherung im Vordergrund. Es gibt genügend wildlebende Honigbienen! Anders als bei uns gehen diese nicht an Varroa zugrunde. Hier geht es ums Geschäft mit guten Bienenprodukten und damit ganz direkt um einen wichtigen Beitrag der Bienen zu Armutsbekämpfung und Wohlstand in der ländlichen Bevölkerung.

Projektplanung vor Ort mit engagierter Stiftungspräsidentin Josy und Vertretern des Imkerverbandes.
Projektplanung vor Ort mit engagierter Stiftungspräsidentin Josy und Vertretern des Imkerverbandes.

In Supe unterstützt unsere Stiftung seit 2012 ein Projekt zur Förderung der Bienenhaltung. Im Vordergrund stehen dabei die Schulung der Bienenhalter, technisches Training, die Umstellung der Haltung auf flexible Wabensysteme, Einführung angepasster Selektionsverfahren, Qualität der Produkte und Marktzutritt. Für dieses Projekt haben die lokalen Bienenhalter und Bienenhalterinnen sich zu einem Verband zusammengeschlossen. Dieser bildet eine Kooperative, welche eine gemeinsame Sammel- und Verarbeitungsstelle betreibt.

Unsere Supe Imkerinnen und Imker sind total motiviert, ihr Projekt möglichst rasch umzusetzen. Den Fortschritt des Projektes können Sie in den folgenden Berichten in Bild und Text laufend mitverfolgen.


Honeybee project Supe:
Progress report April 2014

Peter Gallmann

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Progress Report 13.04.2014.pdf
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Honeybee project Supe:
Progress report November 2013

Peter Gallmann

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Progress report November 2013,.pdf
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