Supe Boro Grundschule / Kindergarten

Das äthiopische Dorf Supe mit rund 6000 Einwohnern liegt im südwestlichen Hinterland unweit der sudanesischen Grenze mitten in einem Kaffeeanbaugebiet. Durch äthiopische Freunde war 2002 der Wunsch an Learning for Life herangetragen worden, dort eine Grundschule / Kindergarten zu bauen, in dem Fünf- bis Siebenjährige eingeschult werden können.

Der Projektwunsch war von den Bewohnern Supes selbst geäussert worden, zumal der dort früher existierende Kindergarten im Zuge der Revolutionswirren (1974) zerstört worden war. Im Laufe der letzten Jahre fiel jedoch auf, dass je länger, je weniger Kinder in die Primarschule geschickt wurden, da eine frühe Einschulung als Folge des zerstörten Kindergartens nicht mehr möglich war.

Im Februar 2003 reisten die Stiftungsratsmitglieder Josephine Bürgin und Corinne Schlatter in Begleitung von Hans Peter Giess, Toni Giess und dem Museum-Rietberg-Vizedirektor Lorenz Homberger nach Äthiopien (selbstverständlich auf eigene Kosten), um bei der Eröffnungsfeier der Supe Boro Grundschule/Kindergarten dabei zu sein. Es war ein sehr stimmungsvoller und freudiger Anlass, zu dem sich unter dem von den Kindern Supes gewählten Motto "knowledge is power" - "Wissen ist Macht" - die ganze Bevölkerung der Region einfand. Der Minister für Schulbildung des Distriktes Illubabor Oromia eröffnete die Schule offiziell, und selbst das staatliche Fernsehen berichtete darüber.

Die Supe Boro Grundschule (oder Kindergarten, wie die Institution in Supe selbst genannt wird) ist ein zweckmässiges Backsteinschulhaus mit zwei Klassenzimmern zur Einschulung von rund 150 Kindern im Schichtbetrieb (jeweils am Morgen und Nachmittag je 35 bis 40 Kinder pro Schulzimmer). Den Kindern steht zudem eine kleine WC-Anlage zur Verfügung, was in der Region ungewöhnlich und neu ist und einen Beitrag zur Hygiene-Ausbildung leisten soll.
In den Projektkosten in der Höhe von gut 40 000 Franken waren neben den Baukosten für das Gebäude, für die Wasserzuleitung, die WC-Anlage und die Umzäunung auch die Ausbildung und Anstellung (drei Jahre) von drei Lehrerinnen enthalten. Seit 2006 übernimmt der Staat die Bezahlung der Lehrerinnen.